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Putschversuch 2002 und Film

Denkmal für das „mutige bolivarianische Volk und alle unseren in der Verteidigung der Demokratie gefallenen Brüder“. Diese Brücke, die Puente Llaguno, ist auch im Film zu sehen, denn sie war einer der zentralen Konfrontationspunkte zwischen Chávez-Anhängern und Putschisten. (Foto: Manu)

Als die Bourgeoisie Venezuelas und die USA endgültig erkannten, wen die venezolanische Bevölkerung da 1998 zum Präsidenten gewählt hatte, beschlossen sie die Notbremse zu ziehen und versuchten im April 2002 einen gewaltsamen Militärputsch. Dabei hatten sie jedoch völlig unterschätzt, wie sehr Hugo Chávez vom Volk unterstützt wurde, das durch spontane Massenmobilisierung die Wiedereinsetzung ihres Präsidenten erzwang.

Am Tag des Putsches, dem 11. April 2002, war zufällig ein irisches Filmteam im Präsidentenpalast. Aus deren Aufzeichnungen entstand der Dokumentarfilm „The revolution will not be televised“, der ein authentisches Bild der Ereignisse liefert.

Durch die Massenmobilisierungen auf den Straßen Venezuelas, bewies die Bevölkerung ihre Unterstützung für den eingeschlagenen antiimperialistischen, sich an den Werten des Unabhängigkeitskämpfers Simón Bolívar orientierenden Weg der Chávez Regierung. Durch den Putsch wurde der antidemokratische Charakter großer Teile der venezolanischen Opposition offensichtlich und führte, vor allem auch im Militär, zu einer „Klärung der Fronten“.

Wie im Film gut zu sehen ist, leisteten die privaten Medien einen zentralen Beitrag in der Vorbereitung und Ausführung des Putsches. Als 2007 die Sendelizenz des Putschsenders RCTV vom venezolanischen Staat nicht verlängert wurde, beklagte die Opposition und der Westen einen Angriff auf die Pressefreiheit (mehr darüber: 1, 2, 3, 4). Man muss sich mal vorstellen, was in den „guten Demokratien“ dieser Welt mit Medien und Militärs geschehen würde, die einen gewaltsamen Putsch organisieren. Schon für die Veröffentlichung des Videos einer menschenverachtenden Militäroperation droht dem US-Bürger Bradley Manning die Todesstrafe wegen Hochverrats (5). Und auch dem Wikileaks-Gründer Julian Assange droht eine ähnliche Verurteilung, falls er doch noch an die USA ausgeliefert wird. Wo ist da die Pressefreiheit? Den Putsch in Venezuela unterstützte die damalige Bush-Regierung nicht nur durch die sofortige Anerkennung der Putschisten, sondern war auch an den Vorbereitungen aktiv beteiligt (7 und 8).

Hugo Chávez erließ 2007 ein Amnestie-Dekret mit der Begründung „Wir möchten ein Land, das Richtung Frieden marschiert“ (6), durch das zahlreiche am Putsch beteiligte Personen auf freien Fuß gesetzt wurden. Auch der an der Erstürmung der kubanischen Botschaft beteiligte, heutige Präsidentschaftskandidat der Opposition, Hernrique Capriles Radonski, wurde nicht verurteilt.

Die ersten Maßnahmen der Chávez-Regierung für die Umgestaltung der ökonomischen Verhältnisse führten zu einem Putsch, der der „bolivarianischen Revolution“ fast das gleiche Ende bereitet hätte wie der Regierung Salvador Allendes 1973 in Chile (siehe hier). Immer wenn eine Regierung ernsthafte Schritte unternimmt, die die wirtschaftlichen Strukturen des Landes betreffen, bekommt sie den massiven, undemokratischen Widerstand der reichen Schichten der Gesellschaft zu spüren. Nur durch massenhafte Organisierung der Bevölkerung können diese ökonomischen Veränderungen durchgesetzt und verteidigt werden, das kann man aus der venezolanischen Geschichte lernen.

Hier nun der ausgezeichnete(!) Film „The Revolution will not be televised“:

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Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7

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