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Archive for August 2012

Teil 2: Besuch zweier landwirtschaftlicher Kooperativen

August 24, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

von Jakob und Manu

Die alte Zuckerrohrwalze gibt Saft (Foto: Manu)

Die letzten Tage über besuchten wir zwei Landwitschaftskooperativen in der Nähe der Stadt Barinas, im Osten Venezuelas. Das von den Kooperativen bewirtschaftete Land war im Zuge der seit 2002 begonnenen Agrarreform verstaatlicht und daraufhin an vier Kooperativen übergeben worden. Vor Beginn der bolivariansichen Revolution hatten sich Großgrundbesitzer dieses Land nach und nach immer weiter angeeignet und die dort lebenden Bauern vertrieben. Im Zuge der Entstehung der Kooperativen konnten einige von ihnen auf das vormals ihnen gehörende Land zurückkehren.

Zwei der Kooperativen sind in den ersten Jahren nach ihrer Entstehung aufgrund von internen Problemen gescheitert. Die anderen beiden haben jedoch eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht und bestehen heute aus 27 Familien, die 750 Hektar Land kollektiv bewirtschaften.

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Teil 1: Die venezolanische Bauernbewegung und ihre Kämpfe

August 24, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

von Jakob und Manu

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Eduardo (Kooperativenmitglied) erklärt die Situation der Bauernbewegung (Foto: Manu)

In ganz Venezuela entfalten Bauern eine Vielzahl politischer Aktivitäten. Ein großer Anteil von ihnen organisiert sich in der größten und aktivsten venezolanischen Bauernbewegung, der Frente Nacional Campesino Ezequiel Zamora (FNCEZ). Diese ist sehr kämpferisch und gut organisiert. Trotz oder gerade wegen über zweihundert ermordeten Bauernaktivisten in den letzten zehn Jahren ist die Bewegung am Fortschreiten der bolivarianischen Revolution in hohem Maße interessiert. Hugo Chávez und dem Prozess, den er verkörpert, sichern sie deshalb volle Unterstützung zu. Dies gilt jedoch unter der Bedingung, dass dieser auch wirklich tiefgreifende Veränderungen der Verhältnisse auf dem Land vorantreibt. Was sind das für Veränderungen die die Bewegung anstrebt und was sind ihre historischen Wurzeln?

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Sozialer Wohnungsbau und die Stadt Caríbia

August 18, 2012 1 Kommentar

Häuserblöcke der neuen Stadt Caríbia (Foto: Manu)

Eines der drängensten Probleme für die venezolanische Bevölkerung ist der fehlende Wohnraum. Vor zwei Jahren wurde die Situation durch schwere Überschwemmungen und damit einhergehende Erdrutsche weiter verschlimmert. Tausende Menschen verloren durch die Unwetter ihre Wohnungen, viele von ihnen warten noch immer in Notunterkünften auf ein neues Zuhause.

Mittlerweile ist der Wohnungsbau eine der obersten Prioritäten der Regierung. Im Rahmen der staatlichen Initiative Gran Mision Vivienda werden hohe Investitionen getätigt. Der zuständige Minister Rafael Ramírez versichert, es gäbe keine venezolanische Baufirma, die nicht am Bau von sozialen Wohnungen beteiligt wäre (1). Zwischen 2012 und 2017 sollen rund 1,8 Millionen neuer Wohnungen entstehen. Um die Pläne zu erfüllen kooperiert Venezuela mit den Ländern China, Russland, Kuba, Weissrussland und Brasilien. Trotz aller Anstrengungen ist es noch ein weiter Weg, bis das Recht jedes Venezolaners und jeder Venezolanerin auf eine „angemessene, sichere, bequeme, hygienische, mit essenzieller Grundversorgung ausgestattete Wohnmögichkeit“ (Art.82) erfüllt wird, so wie es in der neuen bolivarianischen Verfassung von 1999 festgeschrieben ist.

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Venezuela – Ein Überblick

August 16, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

Für das Verständnis der heutigen Prozesse in Venezuela ist zuerst eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse der letzten Jahrzehnte notwendig.

Mit der Entdeckung der ersten Erdölvorkommen in Venezuela zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwandelte sich das Land von einem zweitrangigen Kaffee- und Kakaoexporteur in ein im Zentrum imperialistischer Interessen stehenden Erdölexporteur. In den 50er Jahren bestanden Venezuelas Exporte bereits fast nur noch aus Erdöl und Eduardo Galeanos Diagnose, der Reichtum an Ressourcen sei für die Bevölkerung der südamerikanischen Staaten mehr Fluch als Segen, bewahrheitete sich abermals. Abgesehen von ausländischen Konzernen profitierte von dem Ölreichtum ausschliesslich eine kleine Schicht der Gesellschaft – für die große Mehrheit der Bevölkerung blieb nur das Elend.

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