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Chile – Allende, Unidad Popular und Putsch

Am 11. September 1973 putschte das chilenische Militaer gegen die Regierung Salvador Allendes und beendete dadurch gewaltsam einen nur drei Jahre andauernden Prozess, der den Uebergang der chilenischen Gesellschaft zum Sozialismus zum Ziel hatte.

Salvador Allende wurde 1970 als Kandidat des linken Wahlbuendnisses Unidad Popular zum Praesidenten gewaehlt. Mittels Reformen versuchte die neue Regierung, den Herrschenden die Macht aus der Hand zu nehmen – so wurden beispielsweise wichtige Wirtschaftssektoren wie die Kupferindustrie verstaatlicht und eine Agrarreform begonnen.

Das zentrale Problem war jedoch, dass es der Regierung Allende nicht gelang, die Macht der Eliten und Militaers zu zerschlagen – das Volk und die Regierung standen ihnen unbewaffnet gegenueber.

Genau wie heute die Regierung Hugo Chavez in Venezuela stellte Allende eine akute Gefahr fuer die besitzende Klasse im Lande, die internationalen Konzerne und imperialistischen Regierungen wie die USA dar.

Bedeutende Teile der Arbeiterklasse organisierten sich, um die Allende-Regierung gegen reaktionaere Kraefte zu verteidigen

Immer wenn eine Regierung die Demokratisierung der Gesellschaft, der Medien, der Produktions- und Eigentumsverhaeltnisse ernsthaft in Angriff nimmt, wehrt sich die Klasse der Besitzenden – Beispiele aus den letzten Jahren sind der Putsch in Honduras (2009) und der Putschversuch in Venezuela im Jahre 2002, nur vier Jahre nach Chávez’ Amtsantritt.

Bombardierung des Praesidentenpalastes durch das putschende Militaer am 11. September 1973

Auf den von der USA unterstuetzten Putsch gegen die Allende-Regierung folgte eine faschistische Militaerdiktatur, verantwortlich fuer tausende Morde, Desaparecidos (Verschwundene) und Folterungen. Unterstuezer der Unidad Popular, Gewerkschafter und alle anderen Menschen, die ihre Stimme gegen die Militaerdiktatur erhoben oder sich in irgendeiner Form organisierten oder versammelten wurden verschleppt und ermordet.

Um ihren Besitz zu retten, griff die chilenische und internationale Kapitalistenklasse zum Mittel der Diktatur, nur so konnte die organisierte Bevoelkerung unschaedlich gemacht werden, Arbeiterselbstverwaltungen zerschlagen werden und bereits vollzogene Verstaatlichungen und Landreformen rueckgaengig gemacht werden. Auf den Versuch der Konstruktion eines gerechteren Wirtschaftssystems war die Antwort eine Diktatur, die einen radikalen Kapitalismus etablierte – bspw. wurden fast alle oeffentlichen Gueter und Staatsbetriebe privatisiert und der Markt fuer auslaendische Unternehmen weitgehend geoeffnet.

In den 1980er Jahren wuchs der Druck des chilenischen Volkes stark an und die Menschen erzwangen durch Proteste und Massenmobilisierungen eine Abstimmung ueber die Zukunft Pinochets. Im Jahre 1990 konnte durch ein mehrheitliches „NEIN!“ nach 17 Jahren Terror der Diktatur ein Ende bereitet werden.

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  1. März 29, 2012 um 1:54 am

    Auf dieser Seite hier ( http://plakat.nadir.org/ ) gibt es hunderte alte politische Plakate. Auch zum Thema Chile findet man dort einiges.

    Sowas zum Beispiel:




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